Jamaika 2011 Teil 3
5. Mocking Bird Hill
Wir hatten uns inzwischen mit der Zicke „never lost“ auf einen Waffenstillstand geeinigt, was hieß, wir fuhren grundsätzlich nach ihren Anweisungen, aber mit gelegentlichen Korrekturen Dank der Karte. Das funktionierte super. Wirtschafts- oder Waldwege haben wir ab diesem Zeitpunkt nur noch von weitem gesehen. Die Fahrt nach Mo-Bay war toll. Schöne Landschaften, niedliche Dörfchen, Früchtestände am Straßenrand für einen Stop, aber ab Mo-Bay nur noch Beton und nichts, was an eine hübsche karibische Insel erinnerte. Wir sahen zu, dass wir weiter kamen.
Ab Ocho Rios wurde zwar die Landschaft wieder schöner, aber so richtig heimelig wars auch nicht. Das wurde es erst wieder weiter Richtung Osten. Unsere Mammut-Tour bescherte wieder eine Nachtfahrt und dieses mal eine improvisierte Übernachtung bei Port Antonio. Unser Smartphone zeigte ein paar Empfehlungen, die wir nicht fanden oder einfach nicht interessiert genug suchten. Also folgten wir einer Tafel, auf der Mocking Bird Hill stand. Das Mobile verhieß eine luxuriöse und ökologisch geführte Unterkunft mit internationaler Küche. Auf gings! Wir folgten im Dunkeln dem Wegweiser auf einen Hügel. Und da waren sie wieder, die unsäglichen Schlaglochpisten! Meine Güte! Das nächste Mal mit einem Jeep. Aber inzwischen waren wir beide geübt, unsere Limo durch alle Krater zu manövrieren. Ja, wir fuhren eine Limosine! Wir hatten ein unerwartetes Upgrate erhalten für den eigentlich völlig ungeeigneten Wagen, aber wir fanden das Ding super.
Am Hotel angekommen, sah es vom Parkplatz zunächst relativ unspektakulär aus, doch die Inhaberinnen , mit internationaler Kocherfahrung und Teilstudium in Bonn, überredeten uns umgehend zu einer Hausinspektion und das Zimmer war gebucht. Wieder keine ganz preiswerte Angelegenheit, aber daran hatten wir uns hier schon fast gewöhnt. Aber das Anwesen war den Preis wert! Wir hatten ein traumhaftes Zimmer. Groß, wunderschön eingerichtet, nach vorn offen und nur mit Holzlamellen in den Fenstern versehen, die je nach Winkel Luft und Sonne herein ließen oder eben nicht.

Man hatte das Gefühl, quasi draußen zu schlafen. Moskitonetze über dem Himmelbett machten es auch wirklich angenehm, denn da hüpfte schon mal ein kleiner Frosch und wer weiß was noch durchs Zimmer. Vor der Fensterfront eröffnete sich der Blick auf den mit großen Windlichtern beleuchteten Pool und den dahinter liegenden verwunschenen Garten. Die im Restaurantbereich angebotene Speisekarte ist nicht sehr lang, dafür sind die Gerichte absolut exquisit und frisch.

Auf weiteren Etagen fanden wir eine Bar und eine kleine Terrasse auf dem Dach mit Blick auf das Meer über die bewaldeten Hügel. Geschlafen haben wir so gut wie nie und geweckt wurden wir von Geräuschen, die wir sonst nur aus den Urwäldern dieser Welt kannten. Unverschämt schön!
6. Marc
Dennoch zog es uns am nächsten Tag aus der luxuriösen Abgeschiedenheit zur Long Bay - auch wenn das Hotel mit diversen interessanten Ausflügen warb. Und wieder fanden wir die im Internet erwähnten und von Mitstreitern geprüften Pensionen nicht. Nach der dritten Runde am Strand von Long Bay und Standing Ovations der dort sitzenden Einheimischen, die sich womöglich in einem Flashback wähnten, entschieden wir uns der bewährten Methode eine weitere Chance zu geben und folgten einem Schild mit der Aufschrift „Pimento Lodge“. Das klang vielversprechend und schon waren wir wieder auf einem holprigen Berg mit nur zu erahnendem Schotterweg unterwegs. Irgend wie hatte das System... Als das Schild uns dann noch über eine mit riesigen Steinen gespickte Rasenfläche nach links dirigierte, wollte ich streiken - immerhin saß ich am Steuer (Übrigens von der örtlichen Polizei in einer Kontrolle auch trotz fehlendem internationalen Führerschein unbehelligt!). Aber Iwi zeigte auf das schon zu erkennende große Eingangstor und war trotz meines Einwandes, es sei doch ein Bauzaun, unerbittlich. Blöde Beifahrer!
Und dann standen wir vor dem BAUZAUN, der mit einer Kette zugeknotet war. Doch Iwi war im Entdeckermodus: „Da hinten sind Leute. Ich höre doch Stimmen und Baugeräusche...“ „Baugeräusche?“ kreischte ich fast ... was wollen wir auf ner Baustelle?“ Doch Madam war längst aus dem Wagen, machte sich an der Kette zu schaffen und öffnete das Tor. Auch mein letztes Argument „Was ist, wenn die hier Hunde haben?“ prallte an ihr ab und ich musste mit auf den Bau.

Nach den ersten vorsichtigen Schritten in das weitläufige Areal eröffnete sich der Blick auf vier bis fünf 2-etagige Häuser, die in den Fels gebaut waren. Sie waren mit Treppen verbunden, da sie alle auf unterschiedlicher Höhe standen. Jede der Etagen war ein Gästezimmer ... oder wohl eher Suite - mit riesigem Balkon. Einzig der Pool und die davor befindliche Bar waren noch im Bau, boten aber einen ganz netten Blick aufs Meer. Die Anlage war bildschön, sehr neu und gepflegt. Und Iwi behielt Recht. Wir trafen auf den Eigentümer, der selbst am Pool werkelte. Er stellte sich als Marc vor und ... er sprach perfekt deutsch!!! Marc war irgend was weit über 50, quietschfedel und hatte mehr als ein Jahrzehnt in Deutschland als Ingenieur gearbeitet. Von dem Ersparten hatte er sich diese traumhafte Anlage gebaut, das Meiste sogar in Eigen-leistung. Wir waren stark beeindruckt, denn die Suiten ließen keinen Wunsch offen - Kühlschrank, Fernseher (Ich werde nie verstehen, was Leute mit nem Fernseher im Urlaub wollen. Ich persönlich habe in anderen Ländern vor der Tür das beste Programm.), Sitzecke, riesiges Bett, Moskitonetze etc. Wir buchten und Iwi, die alte Krämerseele verzichtete für einen Rabatt auf die Frühstücksoption, überzeugte Marc dann aber, dass mindestens ein morgendlicher Kaffee inklusive sein muss! Wir waren die einzigen Gäste und so bekamen wir zusätzlich Dauerbetreuung.
Am nächsten Morgen erzählte Marc von seinen tollen Kochkünsten ... Gäste, könnten auch Vollpension buchen und wären immer zufrieden gewesen ... Aber die Sache entwickelte sich anders, als er dachte. Im Laufe des Gespräches wurde die Atmosphäre irgend wie familiär. Dann war klar, einheimische Küche wollen wir auch und zwar bei ihm. Also schrieb er uns einen Einkaufszettel und wir versprachen jede Zutat zu besorgen, wenn er mit uns Abends jamaikanisch kocht.

Mit dem Zettel fuhren wir dann, nach einem kurzen Abstecher in die für meinen Geschmack mehr als langweilige Blaue Lagune, auf den Markt von Port Antonio. Über den waren wir bereits am Vortag gegeistert und erfreuten die Marktladies. Dass wir von der Hälfte der Zutaten auf der Liste noch nichts gehört hatten, fanden die ziemlich lustig, behielten uns dann aber im Auge, bis wir alles zusammen hatte. Sehr süß und hilfsbereit!

Obwohl nicht alle nett waren: Iwi probte den Aufstand, als uns ein Typ anzählte und nicht aufhörte zu beschimpfen. Angeblich hätten wir ihn an seinem Stand nicht besucht, obwohl er uns gestern doch eingeladen hätte. Der Typ pöbelte sich so hoch, dass er mehrfach laut über den Markt „fuck you!“ schrie und Iwi trocken antwortete „Fuck yourselfe“ ... Nach der Antwort brach ein junges Mädel fast vor Lachen zusammen und wir hatten viele neue Freunde...
Zurück bei Marc enterten wir seine Küche. Wir fungierten bei den Vorbereitungen als Schnippelkräfte und seine Kochkünste waren, wie versprochen, exzellent. Wir waren drei Nächte dort und sind mit Marc noch auf einer der typischen Straßenparties unten am Strand gelandet. Die finden vor irgend einer Bretterbude statt, in der man Getränke ordern kann, ein findiger Autobesitzer fährt vor und dann werden zwei bis drei riesige Boxen auf das Autodach geschnallt, an die Batterie der Kiste angeschlossen und schon geht die Party ab. Einer der Gäste fragte uns, als wir einfielen: „Ihr seid mit Marc hier, oder?“ und als wir bejahten, nervte definitiv keiner ... Tanzen und Trinken mit Marc, unserem Schutzengel.
Allerdings nervte ich am letzten Strandtag. Es gab einen Strandimbiss, in dem wir öfter waren ... Nichts dolles aber die Leute waren ganz nett. Insbesondere die Bedienungen. So gab mir eine der Ladies mal einen Hunderter mit der Ermahnung zurück, besser aufzupassen. Die Hunderter sähen aus, wie die Zehner und den hätte ich nur zahlen müssen. Ich war beschämt ob meiner blöden Vorurteile!

Die meisten Bars waren zum Teil aus diesen Standard-Cargo-Containern gebaut. Da wurden dann nur ein oder zwei Fensterlöcher reingeschnitten und schon war der Imbiss oder die Bar fertig. Und auch dort am Strand war so ein Ding in den Bau integriert. Allerdings hatte sich darauf ein Künstler mit einem Marley Portrait verewigt und seine Telefonnummer hinterlassen. Ich bin passionierte Gemälde-Sammlerin. Dabei entscheidet aber nur mein Verständnis von schön, so dass einige der bisher erstandenen Gemälde wohl dem Anspruch eines „Kenners“ nicht genügen würden. Doch für mich sind die Bilder aus meinen Reiseländern immer mit einer Geschichte verbunden, die sich meist aus der Jagd nach ihnen ergibt, womit sie einen hohen ideellen Wert für mich bekommen. Und ich brauchte selbstverständlich ein Gemälde aus Jamaika. Iwi kannte mich schon so lange, dass sie wusste, ich verlasse die Insel nicht ohne! Also telefonierte die Bedienung dem Künstler hinterher. Der war aber irgend wo verhindert. Angeblich in einer Auftragsarbeit ... Vielleicht auch stoned auf irgend einer Terrasse, aber sie erklärte, dass sie einen anderen Maler kennen würde. Der wurde angefordert und erschien auch tatsächlich mit ein paar Rollen am Strand. Ich wurde fündig und alle waren glücklich.
Wir hatten uns inzwischen mit der Zicke „never lost“ auf einen Waffenstillstand geeinigt, was hieß, wir fuhren grundsätzlich nach ihren Anweisungen, aber mit gelegentlichen Korrekturen Dank der Karte. Das funktionierte super. Wirtschafts- oder Waldwege haben wir ab diesem Zeitpunkt nur noch von weitem gesehen. Die Fahrt nach Mo-Bay war toll. Schöne Landschaften, niedliche Dörfchen, Früchtestände am Straßenrand für einen Stop, aber ab Mo-Bay nur noch Beton und nichts, was an eine hübsche karibische Insel erinnerte. Wir sahen zu, dass wir weiter kamen.
Ab Ocho Rios wurde zwar die Landschaft wieder schöner, aber so richtig heimelig wars auch nicht. Das wurde es erst wieder weiter Richtung Osten. Unsere Mammut-Tour bescherte wieder eine Nachtfahrt und dieses mal eine improvisierte Übernachtung bei Port Antonio. Unser Smartphone zeigte ein paar Empfehlungen, die wir nicht fanden oder einfach nicht interessiert genug suchten. Also folgten wir einer Tafel, auf der Mocking Bird Hill stand. Das Mobile verhieß eine luxuriöse und ökologisch geführte Unterkunft mit internationaler Küche. Auf gings! Wir folgten im Dunkeln dem Wegweiser auf einen Hügel. Und da waren sie wieder, die unsäglichen Schlaglochpisten! Meine Güte! Das nächste Mal mit einem Jeep. Aber inzwischen waren wir beide geübt, unsere Limo durch alle Krater zu manövrieren. Ja, wir fuhren eine Limosine! Wir hatten ein unerwartetes Upgrate erhalten für den eigentlich völlig ungeeigneten Wagen, aber wir fanden das Ding super.
Am Hotel angekommen, sah es vom Parkplatz zunächst relativ unspektakulär aus, doch die Inhaberinnen , mit internationaler Kocherfahrung und Teilstudium in Bonn, überredeten uns umgehend zu einer Hausinspektion und das Zimmer war gebucht. Wieder keine ganz preiswerte Angelegenheit, aber daran hatten wir uns hier schon fast gewöhnt. Aber das Anwesen war den Preis wert! Wir hatten ein traumhaftes Zimmer. Groß, wunderschön eingerichtet, nach vorn offen und nur mit Holzlamellen in den Fenstern versehen, die je nach Winkel Luft und Sonne herein ließen oder eben nicht.

Man hatte das Gefühl, quasi draußen zu schlafen. Moskitonetze über dem Himmelbett machten es auch wirklich angenehm, denn da hüpfte schon mal ein kleiner Frosch und wer weiß was noch durchs Zimmer. Vor der Fensterfront eröffnete sich der Blick auf den mit großen Windlichtern beleuchteten Pool und den dahinter liegenden verwunschenen Garten. Die im Restaurantbereich angebotene Speisekarte ist nicht sehr lang, dafür sind die Gerichte absolut exquisit und frisch.

Auf weiteren Etagen fanden wir eine Bar und eine kleine Terrasse auf dem Dach mit Blick auf das Meer über die bewaldeten Hügel. Geschlafen haben wir so gut wie nie und geweckt wurden wir von Geräuschen, die wir sonst nur aus den Urwäldern dieser Welt kannten. Unverschämt schön!
6. Marc
Dennoch zog es uns am nächsten Tag aus der luxuriösen Abgeschiedenheit zur Long Bay - auch wenn das Hotel mit diversen interessanten Ausflügen warb. Und wieder fanden wir die im Internet erwähnten und von Mitstreitern geprüften Pensionen nicht. Nach der dritten Runde am Strand von Long Bay und Standing Ovations der dort sitzenden Einheimischen, die sich womöglich in einem Flashback wähnten, entschieden wir uns der bewährten Methode eine weitere Chance zu geben und folgten einem Schild mit der Aufschrift „Pimento Lodge“. Das klang vielversprechend und schon waren wir wieder auf einem holprigen Berg mit nur zu erahnendem Schotterweg unterwegs. Irgend wie hatte das System... Als das Schild uns dann noch über eine mit riesigen Steinen gespickte Rasenfläche nach links dirigierte, wollte ich streiken - immerhin saß ich am Steuer (Übrigens von der örtlichen Polizei in einer Kontrolle auch trotz fehlendem internationalen Führerschein unbehelligt!). Aber Iwi zeigte auf das schon zu erkennende große Eingangstor und war trotz meines Einwandes, es sei doch ein Bauzaun, unerbittlich. Blöde Beifahrer!
Und dann standen wir vor dem BAUZAUN, der mit einer Kette zugeknotet war. Doch Iwi war im Entdeckermodus: „Da hinten sind Leute. Ich höre doch Stimmen und Baugeräusche...“ „Baugeräusche?“ kreischte ich fast ... was wollen wir auf ner Baustelle?“ Doch Madam war längst aus dem Wagen, machte sich an der Kette zu schaffen und öffnete das Tor. Auch mein letztes Argument „Was ist, wenn die hier Hunde haben?“ prallte an ihr ab und ich musste mit auf den Bau.

Nach den ersten vorsichtigen Schritten in das weitläufige Areal eröffnete sich der Blick auf vier bis fünf 2-etagige Häuser, die in den Fels gebaut waren. Sie waren mit Treppen verbunden, da sie alle auf unterschiedlicher Höhe standen. Jede der Etagen war ein Gästezimmer ... oder wohl eher Suite - mit riesigem Balkon. Einzig der Pool und die davor befindliche Bar waren noch im Bau, boten aber einen ganz netten Blick aufs Meer. Die Anlage war bildschön, sehr neu und gepflegt. Und Iwi behielt Recht. Wir trafen auf den Eigentümer, der selbst am Pool werkelte. Er stellte sich als Marc vor und ... er sprach perfekt deutsch!!! Marc war irgend was weit über 50, quietschfedel und hatte mehr als ein Jahrzehnt in Deutschland als Ingenieur gearbeitet. Von dem Ersparten hatte er sich diese traumhafte Anlage gebaut, das Meiste sogar in Eigen-leistung. Wir waren stark beeindruckt, denn die Suiten ließen keinen Wunsch offen - Kühlschrank, Fernseher (Ich werde nie verstehen, was Leute mit nem Fernseher im Urlaub wollen. Ich persönlich habe in anderen Ländern vor der Tür das beste Programm.), Sitzecke, riesiges Bett, Moskitonetze etc. Wir buchten und Iwi, die alte Krämerseele verzichtete für einen Rabatt auf die Frühstücksoption, überzeugte Marc dann aber, dass mindestens ein morgendlicher Kaffee inklusive sein muss! Wir waren die einzigen Gäste und so bekamen wir zusätzlich Dauerbetreuung.
Am nächsten Morgen erzählte Marc von seinen tollen Kochkünsten ... Gäste, könnten auch Vollpension buchen und wären immer zufrieden gewesen ... Aber die Sache entwickelte sich anders, als er dachte. Im Laufe des Gespräches wurde die Atmosphäre irgend wie familiär. Dann war klar, einheimische Küche wollen wir auch und zwar bei ihm. Also schrieb er uns einen Einkaufszettel und wir versprachen jede Zutat zu besorgen, wenn er mit uns Abends jamaikanisch kocht.

Mit dem Zettel fuhren wir dann, nach einem kurzen Abstecher in die für meinen Geschmack mehr als langweilige Blaue Lagune, auf den Markt von Port Antonio. Über den waren wir bereits am Vortag gegeistert und erfreuten die Marktladies. Dass wir von der Hälfte der Zutaten auf der Liste noch nichts gehört hatten, fanden die ziemlich lustig, behielten uns dann aber im Auge, bis wir alles zusammen hatte. Sehr süß und hilfsbereit!

Obwohl nicht alle nett waren: Iwi probte den Aufstand, als uns ein Typ anzählte und nicht aufhörte zu beschimpfen. Angeblich hätten wir ihn an seinem Stand nicht besucht, obwohl er uns gestern doch eingeladen hätte. Der Typ pöbelte sich so hoch, dass er mehrfach laut über den Markt „fuck you!“ schrie und Iwi trocken antwortete „Fuck yourselfe“ ... Nach der Antwort brach ein junges Mädel fast vor Lachen zusammen und wir hatten viele neue Freunde...
Zurück bei Marc enterten wir seine Küche. Wir fungierten bei den Vorbereitungen als Schnippelkräfte und seine Kochkünste waren, wie versprochen, exzellent. Wir waren drei Nächte dort und sind mit Marc noch auf einer der typischen Straßenparties unten am Strand gelandet. Die finden vor irgend einer Bretterbude statt, in der man Getränke ordern kann, ein findiger Autobesitzer fährt vor und dann werden zwei bis drei riesige Boxen auf das Autodach geschnallt, an die Batterie der Kiste angeschlossen und schon geht die Party ab. Einer der Gäste fragte uns, als wir einfielen: „Ihr seid mit Marc hier, oder?“ und als wir bejahten, nervte definitiv keiner ... Tanzen und Trinken mit Marc, unserem Schutzengel.
Allerdings nervte ich am letzten Strandtag. Es gab einen Strandimbiss, in dem wir öfter waren ... Nichts dolles aber die Leute waren ganz nett. Insbesondere die Bedienungen. So gab mir eine der Ladies mal einen Hunderter mit der Ermahnung zurück, besser aufzupassen. Die Hunderter sähen aus, wie die Zehner und den hätte ich nur zahlen müssen. Ich war beschämt ob meiner blöden Vorurteile!

Die meisten Bars waren zum Teil aus diesen Standard-Cargo-Containern gebaut. Da wurden dann nur ein oder zwei Fensterlöcher reingeschnitten und schon war der Imbiss oder die Bar fertig. Und auch dort am Strand war so ein Ding in den Bau integriert. Allerdings hatte sich darauf ein Künstler mit einem Marley Portrait verewigt und seine Telefonnummer hinterlassen. Ich bin passionierte Gemälde-Sammlerin. Dabei entscheidet aber nur mein Verständnis von schön, so dass einige der bisher erstandenen Gemälde wohl dem Anspruch eines „Kenners“ nicht genügen würden. Doch für mich sind die Bilder aus meinen Reiseländern immer mit einer Geschichte verbunden, die sich meist aus der Jagd nach ihnen ergibt, womit sie einen hohen ideellen Wert für mich bekommen. Und ich brauchte selbstverständlich ein Gemälde aus Jamaika. Iwi kannte mich schon so lange, dass sie wusste, ich verlasse die Insel nicht ohne! Also telefonierte die Bedienung dem Künstler hinterher. Der war aber irgend wo verhindert. Angeblich in einer Auftragsarbeit ... Vielleicht auch stoned auf irgend einer Terrasse, aber sie erklärte, dass sie einen anderen Maler kennen würde. Der wurde angefordert und erschien auch tatsächlich mit ein paar Rollen am Strand. Ich wurde fündig und alle waren glücklich.
ina-san - 17. Mär, 23:06




